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Österreichische Vereinigung für Supervision und Coaching

Presseaussendung

ÖVS fordert Anspruch auf Supervision und Coaching für Schulleiter*innen und Lehrer*innen

Für mehr als 5.500 Schulleiter*innen und knapp 130.000 Lehrer*innen beginnt ein neues, herausforderndes Jahr

ÖVS-Vorsitzende Michaela Judy fordert Anspruch auf Supervision für Schulleiter*innen und Lehrer*innen © Hetzmannseder

ÖVS-Supervisorin und Autorin Kerstin Löffler kennt als ehemalige Lehrerin die täglichen Anforderungen © Birgit Machtinger

Egal, ob ein neues „Corona-Ausnahme-Schuljahr“ kommt oder die „normalen“ Herausforderungen des Schulalltags – Schulleiter*innen und Lehrer*innen haben einen anstrengenden Beruf, der sowohl intellektuell als auch emotional herausfordernd ist. (Zu) viele kommen mit den Anforderungen nicht zurecht. Die Folgen: Überforderung, Überlastung, Burnout. Die Österreichische Vereinigung für Supervision und Coaching (ÖVS) fordert daher einen verpflichtenden Anspruch auf Supervision und Coaching für Schulleiter*innen und Lehrer*innen – und zwar begleitend und nicht erst nach massiven Krisen.

„Lehrer*innen und Schulleiter*innen haben ganz vielfältige Aufgaben – sei es im Unterricht, in der Administration oder in der Leitung. Oft sitzen sie zwischen allen Stühlen und müssen Vorgaben ‚von oben‘ und die Wünsche der Schüler*innen und deren Eltern ausgleichen“, sagt Michaela Judy, Vorsitzende der ÖVS. „Supervision und Coaching bieten gerade dafür einen geschützten Raum, um belastende Faktoren zu erkennen, Strategien zur Bewältigung zu entwickeln und so die psychische Widerstandskraft zu steigern sowie die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Vielfach geht es auch um Teamentwicklung, um Kooperation innerhalb einer Schule.“   

Supervision für Schulen jetzt: bürokratischer Hürdenlauf
In Österreich gibt es für Lehrer*innen und Schulleiter*innen keinen Anspruch auf Supervision und Coaching. Schulpersonal, das dennoch diese Unterstützung in Anspruch nehmen will, steht oft vor bürokratischen Hürden, einem Bundesländer-Kompetenz-Fleckerlteppich und bekommt Supervision vielfach erst nach massiven Schulkrisen genehmigt.

„Während oder nach einer Krise schnell einmal drei Stunden Supervision zu konsumieren, bringt wenig“, sagt Kerstin Löffler, ÖVS-Supervisorin, Autorin und früher selbst Lehrerin. „Supervisor*innen müssen Lehrer*innen und Schulleiter*innen begleiten können – präventiv und individuell abgestimmt. So können Spannungen im Beruf besser ausgehalten werden.“ Kerstin Löffler hat für ihr aktuelles Buch „Zwischen den Stühlen. Von Schulleiter_innen, Spannungsfeldern und Supervision“ (erschienen im Verlag myMorawa) zahlreiche Gespräche mit Schulleiter*innen geführt und dabei den breiten Wunsch nach passenden Reflexionsformaten festgestellt. 

ÖVS fordert Anspruch auf Supervision und Coaching
„Zahlreiche nationale und internationale Studien belegen es: Bei Berufen, in denen es um das Miteinander von Menschen geht, haben sich Supervision und Coaching vielfach bewährt“, sagt ÖVS-Vorsitzende Michaela Judy. Die ÖVS fordert daher:

  • Regelmäßige Supervision und Coaching müssen ein integrierter Bestandteil der Tätigkeit von Lehrer*innen und Schulleiter*innen werden.
  • Supervision und Coaching müssen in das Qualitätsmanagement von Schulen aufgenommen werden.
  • Personen mit Führungsaufgaben im Schulbereich müssen durch individuelles Coaching unterstützt werden.  

Presseinformation, 06.09.2021: ÖVS fordert Anspruch auf Supervision und Coaching für  Schulleiter*innen und Lehrer*innen 

Fotos, Abdruck honorarfrei
Bild 1: ÖVS-Vorsitzende Michaela Judy fordert Anspruch auf Supervision für Schulleiter*innen und Lehrer*innen © Hetzmannseder
Bild  2: ÖVS-Supervisorin und Autorin Kerstin Löffler kennt als ehemalige Lehrerin die täglichen Anforderungen  © Birgit Machtinger