Die ÖVS

Mobbing

Psychoterror am Arbeitsplatz

Mobbing kann jede/n treffen

12 Millionen Menschen, rund 9 % Prozent aller Beschäftigten in Europa, geben an, an ihrem Arbeitsplatz unter Mobbing zu leiden (vgl. Umfrage der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen 2000) – die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Mobbing kann jede und jeden zu jedem Zeitpunkt des Arbeitslebens treffen – das „typische“ Mobbingopfer gibt es ebenso wenig wie „typische“ MobbingtäterInnen.

Beispiele für Mobbing sind:

  • „Bossing“ einer Führungskraft zu ihren Untergebenen
  • „Staffing“ von Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegen Führungskräfte
  • Mobbing unter Kollegen und Kolleginnen
  • Cyber-Mobbing

Mobbing entsteht einerseits aus ungelösten alltäglichen Konflikten, andererseits werden Betroffene als Sündenbock oder Ventil benutzt, um Aggressionen, die mit ihrer Person ursächlich nichts zu tun haben, abzubauen.

Katastrophale Folgen für Betroffene und Unternehmen Konzentrations-, Verdauungs- und Schlafprobleme, erhöhter Blutdruck, Panikattacken und Depressionen bis hin zum Selbstmord zählen auf Seite der Betroffenen zu den Folgen von Mobbing. Auch Unternehmen bekommen die Auswirkungen zu spüren: Betroffene gehen weniger motiviert zur Arbeit und fehlen im Büro doppelt so häufig wie ihre Kollegen und Kolleginnen.

Werden Sie gemobbt? – Streit oder Mobbing?

An jedem Arbeitsplatz kommt es zu Streitereien. Nicht immer ist es dabei leicht, zwischen gezieltem, destruktivem Mobbing und alltäglichen Konflikten zu unterscheiden. Während Konflikte jedoch ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens sind, zieht Mobbing gravierende seelische und körperliche Folgen nach sich.

Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gemobbt, wenn:

  • Angriffe, Beleidigungen oder Kränkungen gezielt und systematisch stattfinden
  • Angriffe wiederholt, regelmäßig und langfristig über mehrere Monate auftreten
  • Es zwischen Ihnen und der Angreiferin/dem Angreifer bzw. den Angreiferinnen/Angreifern zu einem Machtungleichgewicht auf Grund hierarchischer Strukturen oder zahlenmäßiger Gegebenheiten kommt, das es Ihnen unmöglich macht, sich ohne Hilfe von Dritten angemessen zur Wehr zu setzen
  • Sie sich zunehmend isoliert fühlen und das Gefühl haben, in eine Außenseiterposition zu geraten

Wichtig zu wissen: Mobbingopfer sind den Attacken nicht wehrlos ausgeliefert. Betriebsräte/Bertriebsrätinnen, Human Ressource Manager/Mangerinnen oder Supervisoren/Supervisorinnen und Coaches können dabei unterstützen, neue Handlungsspielräume zu entdecken.

Auch der Gesetzgeber schützt die Mobbingopfer, indem er gewisse Formen der Diskriminierung nach dem Gleichbehandlungs- bzw. Behinderteneinstellungsgesetz ahndet.

Läuft in Ihrem Unternehmen etwas schief?

Das Betriebsklima entscheidet

Organisatorische Rahmenbedingungen wie Unternehmenskultur, Führungsstil und „Betriebsklima“ sind entscheidend dafür, ob in einem Unternehmen Mobbingfälle auftreten oder nicht.

Folgende Faktoren tragen zum Auftreten von Mobbing bei:

  • Fehlende Führungs- und Feedbackkultur
  • Eine Kultur, die Mobbingverhalten verharmlost
  • Ungelöste Rollenkonflikte
  • Hohe Arbeitsbelastung, Zeitdruck und Stressbelastung
  • Hoher Veränderungsdruck

Organisationen, in denen es zu Mobbing kommt, müssen mit gravierenden betriebswirtschaftlichen Auswirkungen rechnen. Die betrieblichen Kosten eines durch Mobbing bedingten Fehltages betragen 103 bis 410 Euro*. Dazu kommen „indirekte“ Kosten durch gehäufte Fehler, Leistungsverlust der beteiligten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Störungen der sozialen Arbeitsgemeinschaft, Motivations-, Kreativitäts- und Imageverlust sowie eine erhöhte Mitarbeiter-/Mitarbeiterinnenfluktuation.

Supervision beugt Mobbing vor

Neue Wege finden

Ziel der Supervision ist es, berufliche Situationen zu reflektieren, Konflikte zu lösen, Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen und Veränderungsprozesse zielführend zu gestalten.

Die Österreichische Vereinigung für Supervision, ÖVS, unterstützt Unternehmer/Unternehmerinnen und Führungskräfte sowie Human Ressource Manager/Mangerinnen und Betriebsräte/Betriebsrätinnen mit 1.200 eingetragenen Supervisoren und Supervisorinnen österreichweit dabei, ein Betriebsklima zu schaffen, das vor Mobbing schützt. Im Beratungsprozess werden komplexe Fragestellungen im Spannungsfeld Person – Rolle – Organisation – Gesellschaft anhand konkreter, praxisbezogener Beispiele der Supervisanden und Supervisandinnen geklärt. Die Supervisoren und Supervisorinnen schaffen eine vertrauliche und wertschätzende Atmosphäre, die es ermöglicht, die eigene Wahrnehmungsfähigkeit für Aspekte zu schärfen, die in der Alltagshektik häufig untergehen. Hilfreich zur Mobbingprävention sind sowohl Einzelcoachings für Führungskräfte als auch Team- und Gruppensupervisionen.

Folder Mobbing – was tun?

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