Ausbildungen

Ausbildungs-Standards

Am 17.10.1994 wurden von der Generalversammlung der ÖVS Mindestvoraussetzungen für die Zulassung zu einer ÖVS-anerkannten Supervisionsausbildung beschlossen. 2015 wurden diese auf Basis des Projekts ECVision kompetenzorientiert neu formuliert.

Zulassungsvoraussetzungen

  • Alter 27 Jahre, 5 Jahre Berufspraxis
  • Abgeschlossene human- oder sozialwissenschaftlich fundierte Ausbildung (Universität, Fachhochschule, Akademie) oder ein dokumentiertes Äquivalent
  • Einschlägige Vorbildung in Selbsterfahrung und für die Supervision relevante Weiterbildung zusätzlich zur Berufsausbildung (mindestens 60 Stunden)
  • 60 Stunden Supervisionserfahrung im Einzel- und Mehrpersonen-Setting in den letzten 5 Jahren

Detailinfo Zulassungsvoraussetzungen

Lernergebnisse

Absolventinnen von ÖVS-anerkannten Ausbildungen haben Kompetenzen, wie sie im ECVision-Kompetenzprofil definiert sind.
Dazu erwartet die ÖVS von anerkannten Ausbildungsträgern eine klare Argumentation, wie die genannten Kompetenzen in der Ausbildung vermittelt werden sowie ein nachvollziehbares Konzept, wie die Lernergebnisse der Lernenden überprüft werden. Die Gewichtung obliegt den Ausbildungsträgern. Eigene Schwerpunktsetzungen sind möglich und erwünscht.

Das Kompetenzprofil im Detail (PDF)

Methodisch-didaktische Mindestanforderungen

Umfang der Ausbildung

  • 450 Unterrichtsstunden in 2,5 Jahren (einschließlich themenzentrierter Selbsterfahrung), davon mindestens die Hälfte in einer gleichbleibenden Lerngruppe
  • 75 Stunden Lernsupervision (Supervisionspraxis der Ausbildungsteilnehmer) im Einzel- und Mehrpersonen-Setting, wobei der Schwerpunkt auf fortlaufenden Supervisionsprozessen liegen soll
  • 50 Stunden Lehrsupervision (davon mindestens 30 Stunden Einzel)
  • Abschlussarbeit und Kolloquium

Konzepte

Theorievermittlung und Methodenhandeln

ÖVS-anerkannte Ausbildungen fokussieren auf die Entwicklung handlungsleitender Theorie und Methodik, d.h. die Inhalte werden auf das Rollenhandeln als Supervisorin und Supervisor bezogen. Vermittelt werden klare Konzepte, die das Erreichen der im Kompetenzprofil formulieren Lernergebnisse fördern.

Selbsterfahrung

Die ÖVS geht davon aus, dass professionelle Identität und Haltung als Supervisorin und Supervisor nur über die vertiefte Auseinandersetzung mit eigenen lebensgeschichtlich erworbenen Verhaltensweisen, Annahmen und Werten entwickelt werden können.

Qualitäten wie

  • Selbstwahrnehmung – Selbstdarstellung Fremdwahrnehmung – Empathie
  • Einsicht in die eigene Lebensgeschichte (Blickpunkt: Leistungs- und Arbeitsgeschichte, Institutionsgeschichte, Krisen und Krisenbewältigung)
  • Autorität, Macht, Leitung, Führung
  • Konkurrenz, Rivalität, Kooperation
  • Lebenshaltung, Lebensphilosophie, Wertordnung (z.B. Optimismus/Pessimismus, Veränderungsansprüche, Opferhaltung, Arbeitsmoral, usw.)

sind daher in Modulen zu entwickeln, die auf Erfahrungslernen und Reflexivität fokussieren.

Mindeststandards für Lehrsupervision

  • Grundsätzlich kann nur der/die als Lehrsupervisor/Lehrsupervisorin tätig sein, der/die über eine im ANSE-Verband anerkannte Supervisionsausbildung verfügt, bzw. der/die im Sinn der Übergangsregelung der ÖVS eine Anerkennung erlangt hat
  • Mindestens fünfjährige Tätigkeit als Supervisor/Supervisorin
  • 30 abgeschlossene Supervisionsprozesse in unterschiedlichen Formen der Supervision und in unterschiedlichen Feldern
  • Nachweis über supervisionsrelevante Fortbildung von insgesamt 20 Tagen nach Beendigung der Supervisionsausbildung
  • Kontinuierliche Eigensupervision, Kontrollsupervision oder Intervision
  • Nachweis von Lehrtätigkeit in mehrjährigen Ausbildungen, Lehrgängen, usw.